So geht es weiter mit dem WiD-Wohnungsbau am Käthe-Kollwitz-Ufer

Stand März 2021

 

Auch unter Pandemie-Bedingungen koordiniert und plant die städtische WiD ohne Verzögerungen weiter an dem Standort für den sozialen Wohnungsbau. Die Ideen und Hinweise der Johannstädter*innen aus den Bürgerbeteiligungen der Jahre 2019 bis 2021 bleiben dabei nicht außen vor. Der Zeitplan ist ambitioniert; die sächsischen Fördermittel des Programmjahres 2021 sollen für den sozialen Wohnungsbau der LH Dresden unbedingt eingeworben werden.

Bebauung als Blockrand erfolgt auf Basis des rechtskräftigen Bebauungsplanes

Nachdem der Dresdner Stadtrat im 3. Quartal 2020 in der Frage der Betätigung der WiD auch im freifinanzierten Wohnungsbau bei Standorten mit mehr als 50 Wohnungen eine wichtige Grundlagenentscheidungen für den Planungsauftrag dieses Standortes gefällt hat, konnte die WiD die Aufgabenstellung für den Ideenwettbewerb an diesem Standort erarbeiten. Anders als am benachbarten Standort an der Florian-Geyer-Straße/Bundschuhstraße liegt diesem Bauvorhaben ein rechtsverbindlicher Bebauungsplan zugrunde, der die städtebaulich gewünschte, künftige Bebauung sehr ausführlich beschreibt. Hiernach ist u.a. festgelegt, dass die - für die Johannstadt typische - Blockrandbebauung in den Führungen der Gebäudekörper ähnlich wie vor der Zerstörung im 2. Weltkrieg wiederhergestellt wird. Die Lage der künftigen Gebäude, deren Höhe und Dachausprägungen, das Baufeld für mögliche Unterkellerungen der Gebäude und viele andere Details sind im Bebauungsplan fixiert. Wenn die WiD ohne Abweichungen von dem Bebauungsplan einen Bauantrag erarbeiten lässt und einreicht, so dauert der Genehmigungsprozess nur 1/6 der normalen Zeit. Das ist so im Zeitplan bis 31.12.2021 auch eingetaktet.

Baumgrün entlang der Florian-Geyer-Straße soll erhalten bleiben

Doch vor der Einbeziehung von Architekturbüros in die Ideenfindung musste noch ein wichtiges Detail geklärt werden: Wo sollen die WiD-Gebäude entstehen? Angesichts des rechtskräftigen Bebauungsplanes klingt diese Frage auf den ersten Blick unverständlich. Allerdings wird beim Blick auf das Luftbild des Wohnbaustandortes schnell klar, dass hier ein starker Bewuchs mit Bäumen vorhanden ist, der nach dem Willen der Johannstädter, aber auch aus stadtklimatischer Sicht wichtig ist für ein Wohlfühlklima im Stadtteil.
Die WiD musste also vor Erteilung eines Planungsauftrages klären, was eigentlich Gegenstand der Planung sein soll, denn auch die Planung kostet schon viel Geld und muss zutreffend formuliert sein, um spätere Fehler hieraus auszuschließen. Also musste zunächst der Konflikt zwischen rechtskräftigem Bebauungsplan und Stadtökologie bzw. Bürgerinteresse geklärt werden. Das konnte im dritten Quartal 2020 mit dem Erhalt der sogenannten zweiten Baumreihe entlang der Florian-Geyer-Str. geklärt werden. Die WiD hat viele Informationen aus der Sacharbeit mit den Johannstädter*innen im Rahmen der Bürgerbeteiligungen für den Standort zwischen den WGJ-Hochhäusern gelernt, davon profitiert auch das Bauvorhaben am Käthe-Kollwitz-Ufer und letztendlich die Bewohner*innen des Stadtteils, für die hier ein lebenswerter Ort entstehen soll.
Aus den vielseitigen Aspekten heraus wurde gemeinsam mit den Stadtplanungsamt die Aufgabenstellung für den Ideenwettbewerb definiert und im Wohnungsbau erfahrene Teilnehmer für den Ideenwettbewerb ausgesucht.
 

Ambitionierter Zeitplan – erster Schritt:  virtueller Ideenwettbewerb - Bauantrag bis Ende 2021

Bis zu einem Bauantrag Ende des Jahres 2021 gibt es aber noch viel Arbeit für die Planungsbüros und die vielen Beteiligten. Immerhin konnte bereits ein erster Schritt im Februar 2021 vollzogen werden: der Ideenwettbewerb hat einen Favoriten hervorgebracht, mit dem jetzt die Planungen und Unterlagen bis zur Bauantragsreife erarbeitet werden können. Unter Corona-Bedingungen einen solchen Ideenwettbewerb durchzuführen, war auch für die beteiligten Architekturbüros, den Projektsteuerer und die WiD eine neue Herausforderung. Immerhin haben fünf Architekturbüros und die Mitglieder der Jury sowie die nicht-stimmberechtigten Beisitzer des vollständig virtuellen Verfahrens an vielen verschiedenen Orten Deutschlands den eintägigen Wettbewerb aktiv gestaltet und sehr konstruktiv in der Sache gearbeitet. Das hat natürlich eine sehr gute Beschäftigung mit den  Wettbewerbsbeiträgen im Vorfeld der Jurysitzung voraus gesetzt.
Auch die Zusammensetzung der Jury war im Vorfeld wohl überlegt und abgestimmt – auch mit den verantwortlichen aus der Stadtverwaltung Dresdens. Bewusst hat die WiD dabei in dieser sehr frühen Phase eines Planungsprozesses bereits den Umweltbereich als stimmberechtigtes Mitglied in die Jury geladen. Zu Fragen der Umweltbelange eines Bauvorhabens in der Johannstadt hat die WiD bereits am Nachbarstandort Florian-Geyer-Str./Bundschuhstraße die Meinungen der Bürger*innen erfragt; diese Erfahrungen konnten wir z.T. bereits in die Aufgabenstellungen für den Ideenwettbewerb einbauen. Beispielhaft sei hier nur die hohe Nachfrage nach Parkstellplätzen für die Bewohner*innen genannt. Die Jurymitglieder setzten sich ferner zusammen aus Vertretern des Stadtplanungsamtes, der Gestaltungskommission der LH Dresden und der Wohnbauförderstelle sowie des Bauherrn WiD.
Die WiD hat mit diesem abgestimmten Verfahren gezeigt, dass sie die Interessen der breiten Stadtgesellschaft sehr gut mit einem vorgeschalteten Meinungsbildungsprozess und koordiniert anschließendem Juryverfahren abbilden kann. „Wir haben eine stabile Grundlage für den jetzt folgenden, sehr intensiven Planungsprozess geschaffen.“
 

Das Ergebnis der Ideenfindungsphase kann sich sehen lassen – gute Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Nachbarn

Aus den fünf Ideenbeiträgen wurde letztendlich nach einer vorher bekannten Bewertungsmatrix ein Sieger ermittelt, mit dem die WiD nunmehr einen Planungsvertrag schließen wird. Das ist im März 2021 vorgesehen. Parallel sind ferner die Abstimmungen mit dem östlichen Nachbarn auf dem Baufeld am Käthe-Kollwitz-Ufer weiter zu besprechen und zu verhandeln, denn das künftige Baufeld gehört im östlichen Verlauf nicht der WiD. Auf Basis des Siegers aus dem Ideenwettbewerb sind nun auch der Vorplanungsprozess auf diesem Grundstück und die Zeitketten der beiden Bauvorhaben vorzudenken und logistisch zu harmonisieren.
Das Büro Stefan Forster Architekten aus Frankfurt/Main hat seinen großen Erfahrungsschatz in der Planung von Vorhaben des sozialen Wohnungsbaus auch an sensiblen Standorten in seinen Siegerentwurf eingearbeitet. In der Visualisierung sichtbar, nimmt das Büro die typischen Elemente der Johannstädter Architektur auf und überträgt sie an diesen Ort.
Dabei gelingt dem Büro der Spagat zwischen gefühlvollem Umgang mit der städtebaulichen Vergangenheit, hochkomplexen Anforderungen des sozialen Wohnungsbaus unter Einhaltung der Vorgaben aus den Förderbedingungen des Freistaates Sachsen, dem Bebauungsplan und der wichtigen Wahrung der Stadtsilhouette an diesem markanten Dresdner Ort sehr gut. Der Siegerentwurf hat auf ca. 8.500 m² Wohnfläche ungefähr 130 Wohnungen in dem von der LH Dresden bestimmten Wohnungsmix entwickelt. Gemäß des Stadtratsbeschlusses zur Durchmischung großer Wohnungsbaustandorte der WiD  sind davon ca . 30 Wohnungen für den freifinanzierten Wohnungsbau vorgesehen. Die erforderlichen Stellplätze für die neuen Hausgemeinschaften werden im Siegerentwurf in einer Tiefgarage planerisch nachgewiesen.
Auf dieser Basis wird nunmehr die weitere Planung des Standortes bis Ende 2021 erfolgen.
Mit Vertragsabschluss und damit einhergehender Beauftragung der HOAI-Leistungsphase II wird die wirtschaftliche Realisationsfähigkeit im Rahmen der Finanzierungsspielräume der WiD und der Vorgaben aus der Fördermittelrichtlinie des Freistaates Sachsen in Varianten untersucht und optimiert.
 

Intensives Baugeschehen – anspruchsvolle Baulogistik – Medienerschließungen im öffentlichen Bereich

Die Baulücken entlang des Käthe-Kollwitz-Ufers werden so in den nächsten wenigen Jahren nahezu geschlossen sein und prägen dann – abwechslungsreich – den Blick von der Albertbrücke, dem Rosengarten auf der gegenüberliegende Elbseite, aber auch von den Elbhängen herunter auf den Stadtteil mit seiner stark differenzierten Geschichte verschiedener Bauepochen.
Aktuell baut die FLÜWO e.G. ihren großen Wohnbaustandort zwischen dem Alten- und Pflegeheim und dem künftigen WiD-Wohnbaustandort. Auch die Baulogistik der Nachbarn ist entscheidend für die Umsetzung und muss im Vorfeld geplant und abgestimmt sein. Nicht zuletzt müssen die vielen neuen Wohnungen auch medientechnisch pünktlich und sicher angeschlossen werden. Hierzu sind bereits Vorabstimmungen mit den Ver- und Entsorgern über Zeitpunkt und Umfang der Medienversorgungen erforderlich gewesen, wie sie an keinem anderen Baufeld der WiD bisher notwendig waren.
 

Themen der Johannstädter*innen finden Berücksichtigung

Aus den bereits durchgeführten Bürgerbeteiligungen im Rahmen des WiD-Wohnbauvorhabens an der Florian-Geyer-Str./Bundschuhstraße hat die WiD wichtige und grundlegende Anregungen bekommen, z.B. den Erhalt von Bestandsgrün, die Durchmischung der Mieterschaft im Haus, die ohnehin angespannte Parkplatzsituation. Diese Anforderungen konnte die WiD bereits in den Ideenwettbewerb aufnehmen.